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Was ist eine Landing Page? Definition, Aufbau & B2B-Praxis

Was ist eine Landing Page? Der komplette Guide: Definition, Unterschied zur Homepage, 7 Elemente, B2B-Beispiele und warum Conversion-Optimierung bei der Buyer-Psychologie beginnt.

99takes Team ·

Was ist eine Landing Page? Die Definition

Eine Landing Page (deutsch: Landeseite oder Zielseite) ist eine eigenständige Webseite mit einem einzigen Ziel: Besucher zu einer bestimmten Handlung zu bewegen.

Diese Handlung kann sein:

  • Ein Formular ausfüllen (Lead-Generierung)
  • Eine Demo buchen
  • Ein Whitepaper herunterladen
  • Ein Produkt kaufen
  • Sich für einen Newsletter anmelden

Der entscheidende Unterschied zu einer normalen Webseite: Eine Landing Page bietet dem Besucher genau eine Entscheidung – Ja oder Nein. Kein Stöbern, kein Erkunden, keine Ablenkung. Und genau das macht sie so wirkungsvoll.

Kurz: Eine Landing Page ist eine Webseite, die auf eine einzige Conversion optimiert ist – ohne Navigation, ohne Ablenkung, mit einem klaren Call-to-Action.

Landing Page vs. Homepage: Der Unterschied

Einer der häufigsten Fehler im Online-Marketing: Besucher aus Anzeigen auf die Homepage schicken. Warum das ein Problem ist:

HomepageLanding Page
ZielÜberblick geben, Marke vorstellenEine bestimmte Conversion erzielen
NavigationVollständiges Menü, viele LinksKeine oder minimale Navigation
ZielgruppeAlle BesucherSpezifisches Segment aus einer Kampagne
ContentBreit, viele ThemenFokussiert auf ein Angebot/Problem
CTAMehrere (Kontakt, Blog, Produkte…)Einer – klar und prominent
Traffic-QuelleOrganisch, direkt, verweisendAnzeigen, E-Mail, Social Media

Die Homepage ist wie die Eingangshalle eines Unternehmens – sie gibt einen Gesamteindruck. Die Landing Page ist wie ein Verkaufsgespräch – sie führt zu einer Entscheidung.

Warum der Unterschied zählt: Wenn jemand auf eine Google-Anzeige für „CRM-Software für Handwerksbetriebe” klickt und auf einer allgemeinen Homepage landet, die 12 verschiedene Softwarelösungen bewirbt, wird er die Seite verlassen. Eine Landing Page, die exakt dieses Versprechen aufgreift, konvertiert laut Branchendaten 2–5x besser als eine Homepage.

Mehr zum optimalen Aufbau: Landingpage Aufbau: Prinzipien & Struktur

Die 7 Elemente einer guten Landing Page

1. Headline: Das Versprechen in 5 Sekunden

Die Headline ist das Wichtigste auf der gesamten Seite. Studien zeigen: 8 von 10 Besuchern lesen die Headline, aber nur 2 von 10 lesen weiter. Ihre Headline muss:

  • Das Kernproblem der Zielgruppe ansprechen
  • Den Nutzen klar kommunizieren (nicht Features)
  • Zum Weiterlesen motivieren

Schlecht: „Willkommen bei unserer innovativen Softwarelösung” Besser: „Halbieren Sie Ihre Angebotserstellung – von 3 Tagen auf 3 Stunden”

2. Subheadline: Kontext und Einordnung

Die Subheadline ergänzt die Headline um:

  • Für wen das Angebot ist
  • Wie das Versprechen eingelöst wird
  • Warum es glaubwürdig ist

3. Hero-Bereich (Above the Fold)

Alles, was der Besucher ohne Scrollen sieht, muss die Kernbotschaft transportieren. Dazu gehören:

  • Headline + Subheadline
  • Ein visuelles Element (Screenshot, Illustration, Video)
  • Der primäre CTA-Button

Im B2B gilt: Weniger ist mehr. Ein klares Bild schlägt eine überladene Grafik.

4. Social Proof: Vertrauen aufbauen

B2B-Käufer sind skeptisch – zu Recht. Social Proof reduziert das wahrgenommene Risiko:

  • Kundenlogos: „Vertrauen von 200+ B2B-Unternehmen”
  • Testimonials: Konkrete Ergebnisse mit Name und Rolle
  • Case Studies: Vorher/Nachher mit messbaren Zahlen
  • Bewertungen: G2, Capterra, Trustpilot

Wichtig: Generische Testimonials wie „Tolles Produkt!” sind wertlos. Konkrete Aussagen wie „Wir konnten unsere Angebotszeit um 60% reduzieren – Robert M., Head of Sales bei XYZ GmbH” wirken.

5. Benefits statt Features

Der häufigste Fehler auf Landing Pages: Feature-Listen statt Nutzenargumentation.

Feature (schlecht)Benefit (besser)
„KI-gestützte Analyse”„Erkennen Sie Conversion-Blocker, bevor Ihre Besucher abspringen”
„17 Buyer-Personas”„Verstehen Sie, warum verschiedene Entscheider unterschiedlich reagieren”
„PDF-Report”„Konkrete Handlungsempfehlungen in 48 Stunden”

Die Frage, die jedes Element beantworten muss: „Was bringt mir das?“

6. Call-to-Action (CTA): Die Handlungsaufforderung

Der CTA ist der wichtigste Button auf der Seite. Best Practices:

  • Aktionsorientiert: „Jetzt kostenlose Analyse starten” statt „Absenden”
  • Nutzen kommunizieren: „Report in 48h erhalten” statt „Formular ausfüllen”
  • Visuell hervorgehoben: Kontrastfarbe, genügend Whitespace
  • Wiederholt platziert: Mindestens am Anfang und am Ende der Seite

7. FAQ-Sektion: Einwände entkräften

Eine FAQ-Sektion am Ende der Landing Page beantwortet die letzten Zweifel:

  • „Wie lange dauert das?”
  • „Was kostet es?”
  • „Funktioniert das in meiner Branche?”
  • „Was, wenn es nicht klappt?”

Bonus für SEO und GEO: FAQ-Sektionen werden von Suchmaschinen und KI-Assistenten besonders häufig als Antwort-Quelle genutzt.

Arten von Landing Pages

Nicht jede Landing Page ist gleich. Je nach Ziel unterscheidet man:

Lead-Generation-Page (Lead Gen)

Ziel: E-Mail-Adresse oder Kontaktdaten sammeln Typisch für: B2B-Software, Beratung, Whitepaper-Downloads Conversion-Element: Formular mit möglichst wenigen Feldern

Click-Through-Page

Ziel: Besucher zur nächsten Seite weiterleiten (z.B. Pricing, Checkout) Typisch für: SaaS Free Trials, E-Commerce Conversion-Element: CTA-Button ohne Formular

Sales Page (Long-Form)

Ziel: Direkter Verkauf eines Produkts oder einer Dienstleistung Typisch für: High-Ticket-Angebote, Kurse, erklärungsbedürftige Produkte Conversion-Element: Ausführliche Argumentation + Kauf-Button

Squeeze Page

Ziel: Nur die E-Mail-Adresse erfassen Typisch für: Newsletter-Anmeldungen, Lead Magnets Conversion-Element: Minimales Formular (oft nur E-Mail-Feld)

Im B2B sind Lead-Generation-Pages und Click-Through-Pages am häufigsten. Der Grund: Die Kaufentscheidung ist komplex und dauert oft Wochen bis Monate. Die Landing Page startet diesen Prozess – sie schließt ihn selten ab.

Landing Pages im B2B: Warum sie anders funktionieren

Im B2C reichen oft emotionale Trigger: Dringlichkeit, Rabatte, FOMO. Im B2B funktioniert das nicht – oder schlechter. Der Grund:

B2B-Kaufentscheidungen sind:

  • Rational: Mehrere Entscheider prüfen Angebote systematisch
  • Risikoavers: Der Einkäufer haftet persönlich für die Empfehlung
  • Langwierig: Der Sales Cycle dauert 3–12 Monate
  • Komplex: 6–10 Stakeholder sind typischerweise beteiligt

Das bedeutet für Ihre Landing Page:

  1. Klarheit über alles: Kein Marketing-Sprech. Was genau macht Ihr Produkt? Für wen?
  2. Risiko reduzieren: Kostenlose Demo, Money-Back-Garantie, Case Studies
  3. Alle Stakeholder adressieren: Der IT-Leiter hat andere Fragen als der CFO
  4. Nächster Schritt statt Kauf: Im B2B ist die Conversion oft ein Meeting, kein Kauf

Genau hier liegt das Problem der meisten Landing Pages: Sie behandeln B2B-Besucher wie B2C-Impulskäufer.

Mehr dazu: Landing Page Optimierung für B2B

Der größte Fehler: Testen ohne Verstehen

Die meisten Guides enden bei: „Erstelle zwei Varianten, mach einen A/B-Test, nimm die bessere.”

Das klingt logisch. In der Praxis funktioniert es im B2B selten:

  • Zu wenig Traffic: Für statistische Signifikanz brauchen Sie 10.000+ Besucher pro Variante
  • Zu lange Wartezeit: Bei 500 Besuchern/Monat dauert ein Test 3–6 Monate
  • Keine Erklärung: Ein A/B-Test zeigt, was besser funktioniert – nicht warum

Die Alternative zu A/B-Tests: Buyer-Simulation. Dabei durchlaufen KI-basierte Personas Ihre Landing Page und identifizieren die psychologischen Barrieren, die verschiedene Entscheider-Typen am Konvertieren hindern.

Das Ergebnis: Nicht „Variante B hat 3% mehr Klicks”, sondern „Der CFO findet keine ROI-Berechnung und springt bei Sekunde 15 ab.”

So funktioniert die Buyer-Simulation →

Wie Design die Entscheidung beeinflusst

Ein häufiges Missverständnis: Gutes Landingpage Design bedeutet „schön aussehen”. In Wahrheit bedeutet es: Die Entscheidung erleichtern.

Die wichtigsten Design-Prinzipien:

Visuelle Hierarchie

Der Blick des Besuchers muss geführt werden – von der Headline über die Kernbotschaft zum CTA. Alles, was davon ablenkt, schadet der Conversion.

Whitespace

Leerer Raum ist kein verschwendeter Platz. Er gibt dem Auge Orientierung und dem Content Gewicht. Überladene Seiten überfordern – besonders im B2B, wo die Botschaft komplex ist.

Konsistenz mit der Anzeige

Wenn die Google-Anzeige „Kostenlose CRM-Demo” verspricht, muss die Landing Page exakt dieses Versprechen aufgreifen – in der Headline, im Bild und im CTA. Jede Abweichung kostet Vertrauen.

Mobile First

Auch im B2B wird mittlerweile 60%+ des Traffics über mobile Geräte generiert. Eine Landing Page, die auf dem Smartphone nicht funktioniert, verliert die Mehrheit ihrer Besucher.

Landing Page Benchmarks: Was ist eine gute Conversion Rate?

Die Frage „Was ist eine gute Conversion Rate?” ist die falsche Frage. Trotzdem hier die Orientierungswerte:

Branche / TypDurchschnittliche CRTop 10%
B2B SaaS (Demo-Anfrage)2–5%8–12%
B2B Lead Gen (Whitepaper)5–15%20–30%
E-Commerce (Kauf)1–3%5–8%
Beratung (Kontaktanfrage)3–8%10–15%

Wichtiger als der Benchmark: Verstehen Sie, warum Besucher nicht konvertieren. Eine Seite mit 2% Conversion Rate und klar identifizierten Blockern hat mehr Potenzial als eine mit 5%, bei der niemand weiß, was eigentlich wirkt.

Die Conversion Rate ist ein Symptom. Die Ursache liegt in der Passung zwischen Botschaft und Buyer-Psychologie.

Mehr dazu: Conversion Optimierung: Der B2B-Leitfaden

Checkliste: Ihre Landing Page in 10 Minuten prüfen

Gehen Sie diese Fragen durch – für jede, die Sie mit „Nein” beantworten, haben Sie einen potenziellen Conversion-Blocker:

  • Ist das Wertversprechen in der Headline sofort klar?
  • Versteht ein Branchenfremder in 5 Sekunden, was Sie anbieten?
  • Gibt es genau einen primären CTA?
  • Ist der CTA above the fold sichtbar?
  • Sprechen Sie Benefits statt Features an?
  • Gibt es Social Proof (Logos, Testimonials, Case Studies)?
  • Beantwortet die Seite die Top-3-Einwände der Zielgruppe?
  • Funktioniert die Seite auf dem Smartphone?
  • Stimmt die Botschaft mit der Traffic-Quelle überein?
  • Gibt es eine FAQ-Sektion für die letzten Zweifel?

Ergebnis:

  • 8–10 Ja: Ihre Seite hat eine solide Basis
  • 5–7 Ja: Es gibt klare Optimierungspotenziale
  • Unter 5: Grundlegende Überarbeitung empfohlen

Wenn Sie tiefere Insights wollen: Starten Sie eine kostenlose Diagnose – unsere Buyer-Simulation identifiziert die Blocker, die eine Checkliste nicht finden kann.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Landing Page und einer Website?

Eine Website besteht aus vielen Seiten mit Navigation und verschiedenen Zielen (informieren, verkaufen, Support bieten). Eine Landing Page ist eine einzelne, eigenständige Seite mit einem einzigen Conversion-Ziel – oft ohne Navigation, damit Besucher nicht abgelenkt werden.

Brauche ich eine Landing Page, wenn ich schon eine Website habe?

Ja – besonders wenn Sie bezahlte Werbung schalten. Eine Landing Page, die exakt zur Anzeige passt, konvertiert deutlich besser als eine allgemeine Website-Seite. Für jeden Kampagnen-Typ sollte es eine eigene Landing Page geben.

Was kostet es, eine Landing Page zu erstellen?

Die Spanne ist groß: Von 0 EUR (Baukastensysteme wie Wix oder Carrd) über 500–2.000 EUR (Freelancer) bis zu 5.000–15.000 EUR (Agentur mit Strategie, Copywriting und Design). Entscheidend ist nicht der Preis, sondern ob die Seite bei Ihrer Zielgruppe funktioniert.

Wie lang sollte eine Landing Page sein?

So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Faustregel: Je höher der Preis und je komplexer das Angebot, desto länger die Seite. Eine Whitepaper-Download-Seite kann 300 Wörter haben. Eine Sales Page für eine 50.000-EUR-Software braucht möglicherweise 3.000+ Wörter.

Wie messe ich den Erfolg einer Landing Page?

Die wichtigsten Kennzahlen: Conversion Rate (Conversions / Besucher), Bounce Rate (Absprungrate), Time on Page (Verweildauer) und Scroll Depth (wie weit Besucher scrollen). Für B2B zusätzlich relevant: Lead Quality – nicht jeder Lead ist gleich wertvoll.

Wie kann ich meine Landing Page testen, wenn ich wenig Traffic habe?

Klassische A/B-Tests brauchen viel Traffic. Alternativen: Heatmaps und Session-Recordings (z.B. Hotjar), moderierte User-Tests, oder KI-basierte Buyer-Simulation, die Ihre Seite aus der Perspektive verschiedener Entscheider-Typen analysiert – ohne Traffic-Abhängigkeit.


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